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Dipl. Wirt.-Ing. Vanessa Langhammer

Abteilungsleiterin Prozessmanagement, Rail Cargo Group

Ein typischer Arbeitstag? Was macht ein/e ProzessmanagerIn eigentlich?

Im Prozessmanagement sind wir laufend damit beschäftigt die einzelnen Bereiche besser zu verstehen und in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Insbesondere wenn es um die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen oder gar zwischen verschiedenen Gesellschaften geht, moderieren wir Workshops zur Lösungsfindung und schauen uns Abläufe direkt vor Ort an. Die Erkenntnisse protokollieren wir in einer Prozessgrafik. Mit dem Transformationsprojekt kommt noch verstärkt der Aspekt der technischen Unterstützung dazu, denn neue Technologien bieten ganz neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und somit neue Gestaltungsmöglichkeiten für die Prozesse. Einen typischen Arbeitsalltag gibt es nicht, das ist das spannende an dieser Aufgabe. Prozessmanagement hat sehr viel mit Unternehmensgestaltung zu tun, in Zeiten des Wandels mehr denn je.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit bei den ÖBB besonders gut?

Ich gestalte gerne, ich entdecke gerne und ich arbeite gerne mit sehr unterschiedlichen Leuten an einer gemeinsamen Lösung. Ich lerne jeden Tag etwas Neues dazu, treffe spannende Leute und setze mit meinem Team Dinge in Bewegung. Das ist abwechslungsreich und macht mir sehr viel Spaß. Schon bei der Rail Cargo ist von tief technischen Themen bis zum Vertrieb alles dabei. Aus der ÖBB-Perspektive kommen zum Güterverkehr noch Personenbeförderung und Infrastruktur als große Themenfelder dazu. Jeder Bereich hat seine eigenen Herausforderungen und der Austausch ist sehr spannend.

Welche Tipps können Sie BewerberInnen für eine vergleichbare Stelle mitgeben? Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen um ProzessmanagerIn zu werden?

Eine Prozessmanagerin braucht meiner Meinung nach Eigeninitiative, Ausdauer, Neugier, eine schnelle Auffassungsgabe und die Fähigkeit in Zusammenhängen zu denken. Man kann Prozesse nur dann hinterfragen und weiterentwickeln, wenn man auch inhaltlich versteht, worum es geht und sich traut die richtigen Fragen zu stellen. Wichtig ist außerdem ein gutes Gespür für Menschen, Situationen und Gruppen. Veränderung funktioniert nur MIT den betroffenen Kollegen, daher hilft es sehr, wenn man Leute überzeugen und begeistern kann. Als Prozessmanagerin kann man sich ganz normal bewerben. Hilfreich ist allerdings, wenn man schon ein gutes Gefühl für die Abläufe in Unternehmen und Teamarbeit mitbringt. Das kann aus Berufserfahrung oder außeruniversitärem Engagement im Studium kommen. Mein Tipp an BewerberInnen ist relativ einfach und gilt nicht nur für meinen Job: Such dir die Themen, für die du dich begeistern kannst, dann wirst du ansteckend wirken und erfolgreich sein.

Warum sind die ÖBB für Sie ein attraktiver Arbeitgeber?

Neben den spannenden inhaltlichen Herausforderungen wird bei der ÖBB sehr viel Wert auf Aus- und Weiterbildungen gelegt. Außerdem gibt es ein breites Feld an Sozialleistungen und unterstützenden Angeboten. Als leidenschaftliche Bahnfahrerin nutze ich zum Beispiel die Fahrbegünstigung gerne und als Mutter von drei Kindern hilft mir die Ferienbetreuung sowie ein verständnisvolles Umfeld dabei Familie und Beruf zu vereinbaren.

Was hat Sie an/bei Ihrer Arbeit bei den ÖBB am meisten überrascht?

Mich hat die Dynamik und die Möglichkeit der Gestaltung überrascht. Mit dem Klischee eines starren, angestaubten Staatsbetriebs vor Augen habe ich vor gut 2,5 Jahren meine Stelle im Prozessmanagementteam angetreten und bin sehr schnell in spannende Projekte eingebunden worden, mit der Möglichkeit Verantwortung zu übernehmen und zu gestalten. Angenehm überrascht war ich auch von der offenen Art und der Geduld mit der insbesondere „echte“ Eisenbahner mit langjähriger Erfahrung mir die zum Teil sehr komplexen Zusammenhänge erklärt haben.

Ihr schönstes Erlebnis?

Es gibt zum Glück nicht nur ein schönstes Erlebnis, denn wenn nach langen Analysen und hitzigen Workshops ein gemeinsames Bild entsteht und nach erfolgreicher Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen eine echte Verbesserung entsteht, das ist das immer wieder ein tolles Gefühl. Mein schönstes Erlebnis in dem Zusammenhang war, als ein sehr skeptischer Kollege, der bereits viele dieser Prozessoptimierungen erlebt hat, sich einige Wochen nach dem Projekt für die Unterstützung bedankt hat, weil entgegen seinen Erwartungen operativ eine „echte“ Verbesserung eingetreten ist.

Ihre größte Herausforderung? Welche Herausforderungen gibt es in Ihrem Job?

Eine große Herausforderung ist die richtige Flughöhe zu treffen, um gezielte Verbesserung im Rahmen komplexer Zusammenhänge umzusetzen. Ist die Betrachtungsebene zu allgemein, zieht man die falschen Schlüsse und ist man zu sehr im Detail, geht das Gesamtbild verloren und im Gesamtzusammenhang tritt keine Verbesserung ein. Die größte Herausforderung ist allerdings der Faktor Mensch. Prozesse verbessern sich nur, wenn Menschen bereit sind sich zu verändern, neue Perspektiven einzunehmen und ihr Wissen zu teilen. Rationale Argumente springen hier häufig zu kurz, damit braucht es sehr individuelle Lösungsansätze und viel Flexibilität in der Vorgehensweise.