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Mag. Laura Hanna Weichselbaum

Fachreferentin Projektinformation, Geschäftsbereich Marktmanagement und Kommunikation, ÖBB-Infrastruktur AG

Ein typischer Arbeitstag? Was macht ein/e FachreferentIn für Projektinformation eigentlich?

Alle Projekte, die die ÖBB-Infrastruktur baut, brauchen kommunikative Begleitung. Wir wollen unsere Kunden über die Baumaßnahmen informieren und darüber hinaus den Nutzen unserer Bauprojekte zeigen. So wie ich den Bau des Semmering-Basistunnels kommunikativ betreue, sind meine Kolleginnen und Kollegen für andere Neubaustrecken, Bahnhöfe, Tunnelprojekte, Instandhaltungsmaßnahmen, Immobilienprojekte und vieles mehr zuständig.

Dabei arbeiten wir in enger Abstimmung mit den Technikern, Projektverantwortlichen und Pressesprechern im Konzern. Wir erarbeiten Strategien für die Kommunikation zu einem Planungs- oder Bauprojekt und setzen die jeweiligen Maßnahmen auch operativ um.

Das heißt konkret: An einem typischen Arbeitstag checke ich zuerst einmal die Medienberichte, denn die öffentliche Stimmung zum Projekt bestimmt in hohem Maße unsere Kommunikationslinie. Manchmal fahre ich auf eine der Baustellen und bespreche mit den Kollegen die bevorstehende Maßnahmen: Das reicht von Broschüren über Veranstaltungen – wie etwa Spatenstiche, Tage der offenen Baustelle oder Eröffnungen – bis hin zu Ausstellungen (Infoboxen) und Verteilaktionen oder Gewinnspielen. Für die einzelnen Maßnahmen koordiniere ich Fotografen, Filmteams oder Grafiker und bin meist die Schnittstelle zur Medienarbeit. Zu meinen Aufgaben gehört auch das Aufbereiten von Dokumenten – wie etwa Briefings für das Management.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit bei den ÖBB besonders gut?

Es wird nie langweilig: Die Themen sind so vielfältig und spannend, dass man immer die Möglichkeit hat, alle Facetten der Öffentlichkeitsarbeit auszuschöpfen und sich dabei selbst immer wieder neue Maßstäbe und Ziele zu setzen.

Besonders schön ist, dass man etwas schaffen kann, das bleibt. Nicht nur unsere Infrastruktur wird für viele Generationen gebaut, auch die Kommunikation zu den Bauprojekten kann – im besten Fall – noch viele Jahre nach der Inbetriebnahme von Strecken und Bahnhöfen positive Effekte nach sich ziehen, wenn man etwa in der Bauphase ein gutes Einvernehmen mit den Anrainerinnen und Anrainern aufgebaut hat.

Welche Tipps können Sie BewerberInnen für eine vergleichbare Stelle mitgeben? Wie wird man FachreferentIn für Projektinformation? Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um FachreferentIn zu werden?

Neben einer kommunikativen Ausbildung ist vor allem Erfahrung im Bereich Öffentlichkeitsarbeit von Vorteil. Unsere Teammitglieder haben dabei sehr unterschiedliche Backgrounds: Manche kommen aus dem Journalismus, viele waren Öffentlichkeitsarbeiter in anderen Unternehmen, wieder andere haben in Agenturen gelernt. Ein Patentrezept gibt es nicht, aber: Eine gewisse Affinität zu (eisenbahn-)technischen Themen ist von Vorteil, um den Kundennutzen überhaupt erfassen und kommunikativ aufarbeiten zu können.

Vor allem braucht es aber eines: Einen langen Atem. Unsere Arbeit lebt nicht von kurzfristigen Aktionen, sondern von langfristigen, durchdachten Kommunikationsstrategien und Durchhaltevermögen in der Umsetzung. Manche Projekte dauern Jahre oder Jahrzehnte, da ist Kontinuität und Verlässlichkeit gefragt. Ein Beispiel ist die Neubaustrecke Wien – St. Pölten: 23 Jahre dauerten Planung und Bau des Erfolgsprojektes, mit dem seit der Inbetriebnahme 2012 die Bahn eine echte Alternative zur Straße geworden ist.

Warum sind die ÖBB für Sie ein attraktiver Arbeitgeber?

Für mich stehen die ÖBB neben dem Mobilitätsgedanken für eine sozial und ökologisch nachhaltige Unternehmenspolitik: Sie schaffen Arbeitsplätze und Infrastruktur für Generationen. Das macht die ÖBB für mich zu einem attraktiven Arbeitgeber; Ich könnte niemals für ein Unternehmen arbeiten, mit dem ich mich nicht identifiziere.

Lobenswert finde ich auch, dass die ÖBB in Sachen Gleichstellung sehr viel bewegen: Immer mehr Frauen sind bei den ÖBB als Technikerinnen und Managerinnen tätig. Das ist in einem traditionell männlich besetzten Bereich wie dem Eisenbahnwesen nicht selbstverständlich.

Ihr schönstes Erlebnis?

Meine Arbeit ist voller kleiner und großer Highlights: Das reicht vom Gefühl, zum ersten Mal ein neues Printprodukt in den Händen zu halten bis hin zu den Gesichtern zufriedener Gäste bei einer gelungenen Veranstaltung.

Das schönste Erlebnis bisher war jedoch wahrscheinlich ein Gespräch mit einer Anrainerin der Baustelle des Semmering-Basistunnels in Gloggnitz: Sie hat erzählt, dass sie mit ihrer Familie auf Wunsch ihrer kleinen Tochter mindestens einmal pro Woche die Infobox – eine Ausstellung direkt bei der Baustelle – besucht. Die Infobox sei für die ganze Familie zum wichtigen Ausflugsziel und fast schon wöchentlichen Ritual geworden. Zu sehen, wie das Produkt meiner Arbeit Menschen begeistert, das war für mich das schönste Erlebnis.

Ihre größte Herausforderung?

In unserer täglichen Arbeit agieren wir immer im Spannungsfeld zwischen Technik und Kommunikation. Zwischen Investitionszahlen, Bauverträgen und Zeitplänen obliegt uns die Aufgabe, den wesentlichen Nutzen für unsere Kunden hervorzukehren. Diese Herausforderung macht mir große Freude.